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17. Februar 2010
Behandlungsmöglichkeiten bei Einnässen:
Bettnässer beim Zahnarzt


Jedes sechste Kind im Alter von 5 Jahren nässt nächtlich ein, bei den 15-Jährigen noch rund 1,5 %. "Das nächtliche Bettnässen ist meist sowohl für das Kind als auch für die Eltern eine große Belastung", so Dr. Ingo Franke, Oberarzt am Zentrum für Kinderheilkunde des Uniklinikums Bonn. Angst und Scham beeinträchtigen das Selbstbewusstsein der Kinder, die wegen des Bettnässens, gen. Enuresis nocturna, nicht bei Freunden übernachten möchten oder nicht an Klassenfahrten teilnehmen.

Verhaltenstherapie hilft

Wenn ein Kind nachts nicht trocken wird, liegt nicht – wie oft fälschlicherweise angenommen, eine psychische Ursache zu Grunde, sondern eine Reifeverzögerung. Die E. nocturna ist meist erfolgreich therapierbar. Zuerst wird das Kind umfassend medizinisch untersucht, um organische Ursachen wie Fehlbildungen de Harnwege auszuschließen. Mit einem Uroflowmetrie-Gerät kann der Arzt feststellen, ob bei der Blasenentleerung tatsächlich eine funktionelle Störung oder eine organische Ursache, wie bei einer akuten Harnwegsinfektion oder einer neurogenen Blasenentleerungsstörung vorhanden ist.

Erfahrungsgemäß erzielt die Verhaltenstherapie sehr gute Heilungserfolge bei der E. nocturna. Zunächst führen die Eltern ein Protokoll über Trinkverhalten, Wasserlassen und Einnässen ihres Kindes über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen. "Bis zu einem Viertel aller Kinder werden trocken, nachdem ihr Trinkverhalten protokolliert und anschließend die Trinkgewohnheiten bewusst gemacht wurden", sagt Franke. Der Einsatz von Klingelhosen, die ein lautes Klingelgeräusch ertönen lassen, sobald diese feucht werden, sei uneffektiv.

Australische Wissenschaftler haben einen Zusammenhang zwischen Bettnässen und nächtlichen Atemstörungen festgestellt. Kinder mit zu großen Gaumen- oder Rachenmandeln konnten durch die Beseitigung der Atemhindernisse von Bettnässen befreit werden. Ebenso Bettnässer, deren Atmung wg. eines zu engen Gaumens gestört ist, werden beim Tragen eines Expanders zur Rachendehnung rasch trocken, wie Studienergebnisse belegen.

In Deutschland gibt es noch keine Forschungsansätze auf diesem Gebiet. "Möglicherweise sinkt durch die Atemprobleme der Unterdruck im Brustkorb so sehr, dass vermehrt bestimmte Hormone gebildet werden, die zusätzlich Flüssigkeiten aus dem Körper ausscheiden", so Franke. „Insbesondere Kinder mit sehr hartnäckigem Verlauf sollten kontrolliert in einem kindgerechten Schlaflabor untersucht werden". Er hält eine Studie zum Zusammenhang zwischen Atemstörungen und Bettnässen für sehr sinnvoll, denn so könnte mit recht einfachen Methoden vielen Kindern geholfen werden.

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