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03. Oktober 2008
Mach den Mund zu - Wenn Kinder ständig den Mund offen haben

Mach den Mund zu - Wenn Kinder ständig den Mund offen haben.
Frau Zahnärztin Navidoust empfiehlt eindringlich, verstärkt auf unnötig offengehaltene Kindermünder zu achten.

Die Kinder sollten mit einem freundlichen „Mund zu“ daran erinnert werden, dass der Mund normalerweise geschlossen bleiben soll. Was früher als gute Erziehung galt, hat durchaus zahngesundheitliche Bedeutung. Der Mund ist von Natur aus ein Feuchtbiotop und kann nur dann ordnungsgemäß arbeiten, wenn er nicht austrocknet, wie dies bei offengehaltenen Mündern der Fall ist. Ein ausgetrockneter Mund fördert das Entstehen von Karies und Zahnfleischentzündungen und ein offener Mund zu Atemwegserkrankungen.
Üblicherweise liegt bei offenem Mund die Zunge auch nicht entspannt am Oberkiefer, den sie dabei formt, sondern hinter den Zähnen im Unterkiefer, der durch den Zungendruck unerwünscht vergrößert wird. Die Folge: Verschiebungen im Kieferwachstum, die später in der Regel mit einer Spange korrigiert werden müssen.
Die Kinder leiden optisch unter einer schlaffen Lippe, medizinisch unter einer ungesunden Gesichtsverformung, und der Gesichtsausdruck verändert sich ungünstig.
Die Mundatmung hat aber noch weitere Auswirkungen: eingeatmete Luft wird in der Regel in der Nase und in der Kieferhöhle angewärmt und angefeuchtet, bevor sie in die Bronchien und in die Lunge gelangt. Bei der Mundatmung wird die kalte und trockene Luft sofort eingeatmet. Die Kinder bekommen dann sehr oft Husten, Bronchitis und manchmal sogar eine Lungenentzündung.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben festgestellt, dass bei der Mundatmung die Sauerstoffversorgung des Blutes nicht optimal ist. Schnellere Ermüdung der Kinder und Lernschwächen können die Folge sein.
Die bei der Mundatmung gestörte Mundstatik wirkt sich nachteilig auf die gesamte Körperhaltung aus. Haltungsschwächen sind die Folge.

Was können die Ursachen der Mundatmung sein?
Wenn Kinder zu lange am Daumen lutschen und / oder zu häufig ein Schnuller in den Mund genommen wird, können sich der Gaumen und die Nase nicht regelrecht entwickeln. Die Nasenwege sind dann zu eng, so dass eine regelrechte Nasenatmung nicht möglich ist.
Bei Flaschenkindern, die nicht gestillt wurden, kann sich ebenfalls die Nase und der Gaumen nicht regelrecht entwickeln.
Eine weitere Ursache kann die ständige „Rotznase“ sein. Kinder, die unter Allergien leiden, Schließ- oder sogar Stockschnupfen entwickeln, sind nicht in der Lage, durch die Nase zu atmen. Eine mangelhafte Entwicklung der Nasenwege ist die Folge.

Test
Um zu erkennen, ob das Kind tatsächlich schlecht Luft durch die Nase bekommt, oder einfach nur vergessen hat, dass die Nase zum Atmen da ist, gibt es einen einfachen Test: Man bittet das Kind, einen großen Schluck Wasser im Mund lange festzuhalten.

  • Wenn das Kind Nasen-Atmungsprobleme hat, bekommt es keine Luft und spuckt das Wasser rasch wieder aus.
  • Im anderen Fall wird es zeigen wollen, wie lange es den Riesen-Wassertropfen festhalten kann – damit zeigt sich: Es bekommt durchaus Luft durch die Nase.

Therapie
Die Kinder sollten das Nasenatmen ganz bewusst trainieren. Hier können z.B. Mundvorhofplatten sinnvolle „Hilfen“ sein, speziell angepasst vom Zahnarzt und begleitet von den Eltern, die ihrem Kind vermitteln, dass ihnen der Mundschluss wichtig ist und die Übungen ebenfalls.

Falls diese Maßnahme nicht hilft, muss nach weiteren Ursachen geforscht werden:

  • Liegen Allergien vor?
  • Beeinflusst eine schlechte Körperhaltung, ggf. die Rücklage des Unterkiefers?
  • Sind die Rachenmandeln vergrößert?
  • Liegt eine grundsätzliche Entwicklungsstörung vor?
Die Ursachenforschung erfolgt in unserer Praxis im Netzwerk zwischen Zahnmedizin, Orthopädie, Naturheilkunde und Umweltmedizin.

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