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24. Juni 2008
Kopfweh durch Kauen

Kopfweh durch Kauen
Die ganzheitliche Kinder-Zahnheilkunde geht davon aus, dass der Auslöser von Kopfschmerzen oder Bewegungsstörungen im Kiefer liegen kann und umgekehrt, dass eine falsche Haltung der Grund für Zahnprobleme sein kann.

In unseren Mündern walten unvorstellbare Kräfte. Beim Kauen und ganz besonders beim nächtlichen Zähneknirschen wird ein Druck von 100 kg auf Zähne, Kieferknochen und Kiefergelenke ausgeübt. Wenn ein gleichmäßiger Biss vorliegt, verteilen sich diese 100 kg gleichmäßig auf alle Gewebe, so dass kein Schaden entstehen kann. Doch in vielen Fällen ist diese Druckverteilung nicht optimal. Durch die Vernetzung des Kauorgans, z.B. durch die Muskulatur, wird der Druck dann ungleichmäßig auf den übrigen Körper weitergeleitet.

In welchem Alter können die ersten Probleme auftreten?
Schon ab dem vierten Lebensjahr kann es zu Störungen kommen. Wenn Zahn- und / oder Kieferfehlstellungen vorliegen, sollten sie im Rahmen der kieferorthopädischen Frühbehandlung Berücksichtigung finden. Die Form und Funktion des Kausystems ist nämlich wichtig für die gesamte körperliche, emotionale und mentale Entwicklung des Kindes. Betroffene Kinder haben nicht nur Probleme im Mund sondern auch z.B. Skoliosen in der Wirbelsäule oder andere Haltungsschäden.

Kann man als Eltern erkennen, ob das Kind betroffen ist?
Meistens nicht, denn die Entwicklung in eine ungünstige Richtung vollzieht sich ja nicht von heute auf morgen. Oft hat die Mundraumentwicklung des Kindes durch Schnuller oder Sauger ungünstige Impulse bekommen. Ein wichtiger Hinweis sind auch Probleme mit den Nasenwegen, beispielsweise wg. vergrößerten Polypen oder Mandeln. Wenn das Kind zuwenig Luft durch die Nase bekommt und demzufolge durch den Mund atmet, liegt die Zunge zu weit unten, und der Oberkiefer wird nicht hinreichend entwickelt. Daraus kann z.B. ein sog. Kreuzbiss entstehen: Beim Zusammenbeißen gelangen die Zähne des Unterkiefers über die des Oberkiefers – normalerweise ist das umgekehrt. Die Zahnstellung, die Form der Zahnbögen, das Aufeinander-Passen der Zähne, die Funktion von Lippe, Wange und Zunge – das alles wirkt formbildend, und hier kommt es auf das richtige Zusammenspiel an.

Wie können sich Form- und Funktionsstörung im Mund auf die Haltung auswirken?
Es geht hier nicht allein um Ursachen und Wirkung – es geht um Muster, die in einem Organismus in aller Regel nicht nur an einer Stelle zu finden sind. Störungen im Mund können sich aber auch auf andere Körperfunktionen und die Gleichgewichtsregulation auswirken. Man muss wirklich das ganze Kind untersuchen und behandeln.

Wie sieht die Behandlung aus?
Kinderzahnärzte haben die Möglichkeit mit einfachen Geräten in die Fehlentwicklung der Zähne und Kiefer einzugreifen. Häufig ist diese Behandlung als alleinige Maßnahme jedoch nicht ausreichend. Da zusätzlich Probleme bez. der Haltung, Bewegung oder der Fehlstellung der Beine – Beispiel: X-Beine – vorliegen. In diesen Fällen sollte neben einer kieferorthopädischen Therapie auch z.B. eine osteopathische Therapie durchgeführt werden (zum Netzwerk. )

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