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Zahnärztliche Therapie von Entwicklungsstörungen
Allein mit zahnärztlichen Maßnahmen lässt sich eine Entwicklungsstörung
im Mundraum aus ganzheitlicher Sicht allerdings nicht annähernd befriedigend
behandeln. Natürlich lassen sich durch kieferorthopädische Maßnahmen
ein schönes Gebiss und gerade Zähne erreichen. Dem Anspruch, die
gestörte Harmonie des Körpers wieder zu erlangen – und eben
das muss das Ziel sein - wird eine solche isolierte Therapie aber nicht
gerecht. Der Zahnarzt stößt hier sehr schnell an sein Grenzen.
Seine Therapie kann nur Basis der Behandlung sein, die durch weitere Therapien
in der Naturheilpraxis ergänzt werden.
Harmonische Mundraumentwicklung durch funktionell wirkende Trainingsgeräte
Zahnapparate (Spangen, Multiband), bei dem die Zähne mechanisch fixiert
werden, bieten dem Kiefer häufig keine oder nur sehr geringe Entwicklungsmöglichkeiten.
Gerade diese sind aber für die Gesundung des Kindes von zentraler Bedeutung.
Die biologisch orientierte Kieferorthopädie präferiert daher eine
sanfte Mundraumtherapie aus eigener Kraft und nach Möglichkeit ohne
Zahnopfer. Im Vordergrund steht nicht die aktive Zahnbewegung,
sondern die Steuerung der Mundbewegungen durch Bewegungs- und Berührungsreize.
Angestrebt wird eine Erweiterung des Mundraumes und eine Neuorientierung
der Bisslage. Mit welchem Gerät dieses Ziel im Einzelfall erreicht
wird ist abhängig davon, welche Fehlentwicklungen im Mundraum in welcher
Ausprägung diagnostiziert wurden. Zur Verfügung stehen Bionator,
Face-Former und Mundvorhoftrainer.
Der Bionator wird oft auch als „Turngerät für den Mund“ bezeichnet.
Er wird lose im Mund getragen und richtet die Zahnbasis auf natürliche
Art aus. Der Bionator bewegt keinen einzelnen Zahn, sondern wird passiv
mit bewegt wenn das Kind schluckt, atmet oder mimische Bewegungen macht.
Er arbeitet wie ein Katalysator, der gleichzeitig schützende, stützende,
führende und stimulierende Momente koordiniert. Der Patient korrigiert
die Bewegungen und Haltungen seines Mundes aktiv und verlernt dabei schädliche
oder krankmachende Gewohnheiten. Somit wirkt sich der Bionator auch positiv
auf die körperliche Konstitution des Kindes aus.
Der Face-Former wurde
als Präventions- und Aktiv-Therapiegerät entwickelt. Die Therapie
mit diesem Gerät trainiert die Gesichtsmuskeln, die für Kauen,
Schlucken, Sprechen, Atmung, Mimik, Hautspannung und Zahnstellung bedeutsam
sind. So wird die Harmonie und Stärkung von Funktionen und Muskelspannungen
erreicht und gleichzeitig die Durchblutung angeregt. Durch positiv wirkende
Aktivitäten, Muskeltraining und Lippenspiel werden gesundheitsschädigende
Gewohnheiten wie Lippenbeißen, Daumenlutschen, Nägelkauen oder
Mundatmung abgewöhnt. Bei regelmäßigem Training sind Erfolge
schon nach kurzer Zeit erkennbar.
Durch den Mundvorhoftrainer kann die Harmonie
der Muskeln wieder hergestellt werden. Er beseitigt Störungen durch
die Ausnutzung natürlicher Kräfte. Er liegt lose im Mund und wird
erst durch Kau-, Lippen- und Zungenmuskulatur aktiviert. Diese Muskelkräfte überträgt
er auf die Zähne. Hauptziel der Therapie ist die Behebung von Lutschgewohnheiten
sowie anderer schädlicher Fehlhaltungen der Lippe oder der Zunge.
Selbstverständlich
muss bei der Anfertigung des jeweiligen Gerätes auf Biokompatibilität
geachtet werden. Die Zusammenarbeit mit einem Fachlabor, das nach den Grundsätzen
der biologischen Kieferorthopädie arbeitet, stellt sicher, dass alle
verwendeten Materialien, die in den Mund des Kindes gelangen, körperverträglich
sind. Bei Patienten, die zu Allergien neigen, sollte zuvor ein zusätzlicher
Materialtest durchgeführt werden. So lassen sich mögliche allergische
Reaktionen von vornherein ausschließen.
Dr. med. dent. Wolfgang H. Koch
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