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Entwicklungsförderung durch Kooperation von Heilpraktiker und Zahnarzt
im naturheilkundlichen Netzwerk
Die mit Zahnfehlstellungen und Kieferanomalien beginnenden
kindlichen Fehlentwicklungen können zu unterschiedlichen Störungen
führen. Diese sind nicht Ursache sondern Symptome einer Störung
des kindlichen Gesamtorganismus. Eine solche frühzeitig zu erkennen
und im naturheilkundlichen Netzwerk zu behandeln ist ein zentraler Faktor,
um die Gesundheit des Kindes wieder herzustellen und seine geistige Entwicklung
zu fördern. Einen Überblick über Symptome, die ein Hinweis
auf eine gestörte Mundfunktion sein können, gibt die folgende
Abbildung.
Solche Zusammenhänge den Eltern der jungen Patienten zu
transportieren ist allerdings nicht immer ganz einfach. Immer noch werden
nämlich Störungen im Mundraum gern verharmlost oder gar nicht
also solche wahrgenommen. Sprachstörungen beispielsweise nehmen Eltern
häufig meist nur als eine Fehlfunktion der Artikulation ihres Kindes
bemerkt. Der Zusammenhang zwischen dem Zusammenspiel von Zunge, Zähnen,
Lippen, Gaumen und Lautbildung bzw. Mundoffenstand und Hypersalivation ist
für sie unmittelbar nicht zu erkennen. Hier ist seitens der Netzwerkpartner
ein großer Teil an Aufklärungsarbeit zu leisten. Dem Heilpraktiker
als „Ersttherapeuten“ kommt eine wichtige Rolle zu.
Wenn die
Notwendigkeit kieferorthopädischer Maßnahmen seitens der Eltern
erkannt wird, unterliegen diese Vielfach dem Glauben, dass sich schiefe
Zähne oder Kieferengstände mit losen oder festsitzenden Klammern
unkompliziert therapieren lassen. Diese Annahme ist im Prinzip zwar richtig,
jedoch viel zu kurz gedacht. Denn wie die oben dargestellten Zusammenhänge
verdeutlichen, erfordern entsprechende Therapiekonzepte Kompetenzen, die
deutlich über das Gebiet der Zahnmedizin und Kieferorthopädie
hinausgehen. Ganzheitliche Kieferentwicklung bedeutet nämlich weit
mehr als das Bewegen von Zähnen. Sie erfordert eine enge und koordinierte
Zusammenarbeit von Heilpraktiker und biologisch orientiertem Zahnarzt.
Bei
Kindern, die in Abbildung 2 erwähnte oder ähnliche Symptome zeigen,
bei denen keine kausale Ursache für die Erkrankung gefunden werden
kann bzw. die unter Rezidiven leiden, ist die Kooperation mit einem biologisch
orientierten Kinderzahnarzt mit kieferorthopädischen Erfahrungen notwendig.
Eine ausführliche Störfaktoren-Anamnese durch den Heilpraktiker
kann wichtige Hinweise auf chronische Belastungen im Bereich der mechanischen,
(bio-) chemischen, psychischen und physikalischen bzw. physiologischen Ebene
geben.
Einige beispielhafte Anamnese-Fragen zeigt Abbildung 3. Gemeinsam
mit der zahnärztlichen Diagnostik bilden solche Screening-Untersuchungen
eine (vorläufige) systemische Problemliste. Die Anamnese und Dokumentation
des Heilpraktikers liefert dem Zahnarzt wichtige Hinweise zum Gesamtzustand
des Kindes. Sie ist die Basis eines gemeinsamen systemischen Behandlungsplanes,
dessen Ziel die völlige Gesundung des jungen Patienten ist.
Erweiternd
zur Störfaktoren-Anamnese wird in der zahnärztlichen Partnerpraxis
durch eine ausführliche zahnmedizinische Diagnostik ermittelt, ob und
in welchem Ausmaß Störungen im Mundraum vorliegen.
Dr. med. dent. Wolfgang H. Koch
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